Alliierte Grausamkeiten

Ausrottung

Massenhaftes Ermorden, Vergewaltigen, Rauben, Totschlagen, Hinrichten, Vertreiben, Abschleppen, Einsperren, zu Tode quaelen, Verhungern, Verdursten, Gulag-Sklavenarbeit, und mehr an den armen Deutschen Menschen verbracht. Wer hat sowas Ungeheures wohl sich ausgedacht und es organisiert hinten den Kulissen. Waren es Menschen die alle Menschen hassen?

Verbrechen am deutschen Volk – Erich Kern

Eine Dokumentation alliierter Grausamkeiten

1964 Vorwort

Bei keinem meiner Dokumentarbände hatte ich bei der Materialbeschaffung solche Schwierigkeiten zu überwinden wie bei diesem. Die Alliierten haben mit ihren Zensuroffizieren in Ost und West nach der Kapitulation 1945 sehr sorgfältig alle Archive und Büchereien durchstöbert und alles beschlagnahmt, was die alliierten Kriegsverbrechen nachweisen könnte. Dabei waren auch diesmal die Sowjets ihren westalliierten Verbündeten haushoch überlegen. Denn während man da und dort trotz allem auf Unterlagen polnischer, französischer und britischer Kriegsverbrechen stößt, sind die fünf Bände des Auswärtigen Amtes, welche die sowjetischen Menschheitsverbrechen im zweiten Weltkrieg festhalten, spurlos verschwunden. Die Westalliierten waren den sowjetischen Zensuroffizieren bei der Vernichtung der Beweise bolschewistischer Verbrechen, die im Westen lagerten, geradezu rührend behilflich. Es glückte mir dennoch nach beinahe detektivischen Nachforschungen, drei dieser Bände aufzuspüren.
Nahezu hoffnungslos ist der Versuch, die alliierten Kriegsverbrechen mit Dokumentarbildmaterial zu belegen. Alle Bildarchive wurden von den alliierten Zensuroffizieren mit einer Akribie sondergleichen durchsucht, die phototechnischen Beweise beschlagnahmt, vernichtet oder außer Landes gebracht. Es ist fast ein Wunder, daß trotzdem noch einiges sichergestellt werden konnte. Daß die technische Qualität nicht immer einwandfrei ist, muß dabei hingenommen werden.

Das Material, das ich in diesem Dokumentationsband vorlege, ist großenteils nicht neu; es wurde nur nicht zur Kenntnis genommen. Vielleicht müßte man sagen, diese entsetzlichen Tatsachen konnte man gar nicht zur Kenntnis nehmen, da sie merkwürdigerweise sozusagen unter Ausschluß der Öffentlichkeit publiziert wurden. Die Bände der »Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa«, herausgegeben in den Jahren 1956 bis 1961 vom Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte in Bonn, sind vergriffen. Mit dem Band I/l (Deutsche Kriegsgefangene in Jugoslawien 1941 bis 1949) der Wissenschaftlichen Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte in München wurde gerade eine tragisch-groteske Komödie aufgeführt. Der Band erschien schon 1962, wurde aber jahrelang nicht dem Buchhandel zugänglich gemacht und lagerte sorgsam im Keller.

Als ich im April 1964 bei der Wissenschaftlichen Kommission bat, Einsicht nehmen zu dürfen, antwortete mir am 4. Mai 1964 deren Geschäftsführer, Herr K. W. Böhme, der auch die Zusammenstellung des Bandes durchgeführt hatte:
» … können wir Ihnen Teile des Materials nicht überlassen. Es handelt sich hierbei um Bundeseigentum, dessen Weitergabe an Dritte nicht möglich ist. Außerdem haben wir uns gegenüber den Berichterstattern verpflichtet, ihre Berichte vertraulich zu behandeln.«
Die Wissenschaftliche Kommission, die nur die Kriegsgefangenenerlebnisse zu sichten und druckfertig zu erstellen hat, ist nämlich völlig an die Weisungen der Bundesregierung gebunden. Mein Verleger, Waldemar Schütz, sprach darauf in Bonn im Auswärtigen Amt vor, ohne allerdings den gesuchten Band zu erreichen. Ein leitender Beamter der Presseabteilung, Dr. Falk, unterrichtete ihn darüber, daß der Minister Dr. Schröder sich persönlich die Entscheidung in dieser Angelegenheit vorbehalten habe, die im Augenblick noch ausstehe. Der Pressereferent des Vertriebenenministeriums, das sich mit der Herstellung und Herausgabe des Buches befaßt hat, hat es abgelehnt, ein Exemplar des Buches aus den Beständen des Ministeriums aushändigen zu lassen. Welch ein Bemühen, um zu verhindern, daß das deutsche Volk erfährt, welche schaurigen Verbrechen – in diesem Falle von Jugoslawen – an hilflosen Deutschen verübt wurden! Welche Vorsicht, damit nur ja nicht ein Alliierter – und sei es selbst, wie in diesem Falle, ein kommunistischer – als Kriegsverbrecher entlarvt werde. Da geriete das einseitige Zerrbild vom Kriegsverbrechen bedenklich ins Wanken. Am Ende könnte es gar so etwas wie eine deutsche Empörung geben!

Unterdessen griffen einige österreichische und schweizerische Blätter diese unglaublichen Maßnahmen auf und entlarvten den offiziellen Vertuschungsversuch deutschen Leides durch Bonner Dienststellen. Die Folge dieser Publikationen war eine offizielle Anfrage im Deutschen Bundestag. Dank dieser Blamage darf das deutsche Volk nun auch diese Dokumentbände lesen.

Wann allerdings die Erlebnisse deutscher Kriegsgefangener aus der Sowjetunion, worüber drei Bände geplant sind, aus Polen und der Tschechoslowakei zu lesen sein werden, weiß nur der liebe Gott. Sicher ist, daß die Wissenschaftliche Kommission, deren Arbeit bis 1968 geplant ist, die Erlebnisse sorgsam ordnet und die Manuskripte druckreif erstellt. Darüber, ob diese Manuskripte, d. h. die Erlebnisse der Deutschen in der Hand alliierter Kriegsverbrecher, auch gelesen werden dürfen, entscheiden höhere Instanzen.
An der alltäglichen Praxis wird der späte Rückzieher im Fall Jugoslawien allerdings nichts ändern. Keine der maßgebenden deutschen Zeitungen – die seit zwanzig Jahren unermüdlich über deutsche wirkliche oder angebliche Kriegsverbrechen berichten – wird ihre Leser darüber informieren. Sie haben ja zwanzig Jahre lang alles getan, um das Material, das die Landsmannschaften und die Soldatenbünde sammelten, nicht zu verwerten.

Der Deutsche Rundfunk und das Deutsche Fernsehen, die nun durch zwei Jahrzehnte pausenlos in Berichten, Reportagen, Diskussionen und Hörspielen das Bild des deutschen Kriegsverbrechers malten, werden die entsetzlichen jugoslawischen oder sowjetischen Kriegsverbrechen so wenig zum Vorwurf ihrer Arbeit machen, wie sie bisher das Verbrechen der alliierten Flächenbombardierung deutscher Innenstädte oder die Vergewaltigungen und Ermordungen durch westalliierte Truppen behandelt haben.
Man wird weiter von Dachau, Buchenwald und Auschwitz reden, filmen und schreiben, bis auch der letzte Buschneger und Eskimo das Bild des deutschen Verbrechers in sich aufnimmt, und gleichzeitig den Bromberger Blutsonntag, die Partisanenmassenmorde und die grausige Deutschen-Hatz im Osten und Südosten totschweigen.
Man wird weiter die Tragödie in Oradour und Lidice beschwören und diskret über den Scheiterhaufen Dresden, über den kochenden Asphalt Hamburg, über die tschechischen Massaker im Sudetenland und über das Inferno, das die Deutschen als Gefangene in Jugoslawien und der Sowjetunion erlitten, hinweggehen.

Unsere offizielle Moral ist korrupt bis ins innerste Mark. Sie wurde von Heuchlern und Pharisäern aufs tiefste erniedrigt und prostituiert. Darum wird es weiter ruhig bleiben um die deutschen Landser, die zu Hunderttausenden irgendwo gefoltert und verscharrt wurden; um die deutschen Frauen, millionenfach entwürdigt bis zum letzten, zehntausendfach ermordet; um die deutschen Kinder, die im Krieg in den Bombenkellern und nach dem Krieg in den Gefangenenlagern und vereisten Flüchtlingsstraßen ermordet, geschändet worden und verhungert sind. Sie alle dürfen selbst in Gedanken nicht weiterleben. Wer redet schon von ihnen; das ist alles höchstens lästig! Das stört die ganze Konzeption, heißt es, wenn man protestiert. Dabei braucht sie gar nicht gestört zu werden.
Es kann jederzeit über die Toten von gestern zur Tagesordnung von morgen übergegangen werden. Aber das ist doch wohl nur möglich, wenn man über alle Toten schweigt, nicht nur über die deutschen, sondern auch über die jüdischen und alliierten. Alles andere ist keine Politik der Zukunft, sondern nur ein billiger Taschenspielertrick, ein untauglicher Versuch, die Zukunft mit der geschändeten Wahrheit zu gewinnen.

Ich habe noch bei keinem Buch so viele bekannte und unbekannte Helfer und Mitarbeiter gehabt wie gerade bei diesem. Ihnen allen, die mir Hunderte eidesstattliche Erklärungen, Mitteilungen und Hinweise gaben, meinen Dank. Danken muß ich auch einigen früheren Heerführern und Rechtsanwälten, die mich mit Ratschlägen und Unterlagen unterstützten, und ganz besonders danken muß ich jenen Mitarbeitern aus Dienststellen und
Bibliotheken, die ohne Rücksicht auf »höhere« Winke und Weisungen mir alle jene offiziellen Bände zur Verfügung stellten, die für eine solche Dokumentation unerläßlich waren.

Ich habe diese alliierten Grausamkeiten, denen wohl rund acht Millionen Deutsche zum Opfer fielen – die ganze Zahl wird nie statistisch einwandfrei erfaßt werden -, nicht niedergeschrieben, um nach Rache und Vergeltung zu rufen. Diese Zellen wollen keine neuen Gräben zwischen den Völkern aufreißen. Aber diese Tatsachen müssen veröffentlicht werden, wenn das Gleichgewicht des moralischen Rechtsbewußtseins, das in den Deutschen durch jahrzehntelange Hetze und Lüge ins Wanken geraten ist, wieder hergestellt werden soll. Noch nie hatten wir die Wahrheit so nötig wie heute. In ihr allein liegt unsere echte Zukunft, darum sind auch so viele Kräfte am Werke, um die Wahrheit zu unterdrücken oder nur die halbe Wahrheit zu verkünden. Für dieses herrschende gespaltene Rechtsbewußtsein in Deutschland, in dem den Alliierten alles, den Deutschen hingegen nichts zugestanden wird, gilt das Wort des spanischen Philosophen Ortega y Gasset:

»Nichts an der gegenwärtigen Situation ist so neu und unvergleichbar mit irgendeinem Geschehen der Vergangenheit, wie die Herrschaft, welche der geistige Plebs heute im öffentlichen Leben ausübt.«

Ich hoffe mit heißem Herzen, daß diese Dokumentation grauenhafter Wahrheiten mithilft, die Herrschaft des zeitgenössischen geistigen Plebs zu brechen.

Der Verfasser

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