Altag und Kultur

Alltag und Kultur der Wikinger

Alltag auf Reisen

Auch wenn das Bild des raubenden, brandschatzenden Wikingers, des stereotypen Barbaren, in den Köpfen der Menschen nach wie vor fest verankert ist, wird bei genauerer Betrachtung deutlich, dass der kriegerische nur ein Bereich des wikingischen Lebens war. Genauso wie alle anderen Menschen im Mittelalter hatten auch die Wikinger vor Allem ihren Alltag zu meistern.

Entscheidend für das Aufblühen wikingischer Kultur im Mittelalter war die Bereitschaft zum Reisen. Die Fahrten der skandinavischen Händler, Entdecker und Seeräuber haben zahlreiche Spuren in ganz Europa und sogar Nordamerika hinterlassen. Wie sah aber der Alltag während einer Schifffahrt aus?

Alltag auf See

Um das Tageslicht bestmöglich zu nutzen, stand die Mannschaft sehr früh auf und stach in See. Wenn der Wind den Nordmännern wohlgesonnen war, konnten sie den Großteil der Fortbewegung dem Segel überlassen, doch bei mangelndem oder Gegenwind mussten alle mitrudern, was sehr viel Kraft und Ausdauer erforderte. In den wenigen Pausen speisten sie, um sich zu stärken, und orientierten sich anhand der Ufer, in deren Sichtweite die Drachenschiffe normalerweise blieben.

Alltag an Land

Noch vor Sonnenuntergang vertäuten die Wikinger ihr Schiff je nach Verlauf der Reise entweder in der Nähe eines der damals bekannten Handelsplätze oder an einem Strand. Dann errichteten sie mithilfe von Holzgestellen ein großes Zelt. Den Aufenthalt an Land nutzten sie zum Feuer machen, Zubereiten von Essen und Trocknen der Kleidung. Abends am Feuer erzählten sie sich Geschichten von berühmten Helden, und so mancher bat die Götter um reisetaugliches Wetter.

Kultur

Die Wikinger gelten bis heute als unerschrockene, kampflustige Barbaren, die mit ihren zahlreichen Raubzügen quer durch Europa andere Völker in Angst und Schrecken versetzten. Dennoch hatte die Kultur der Wikinger auch einiges in Hinsicht auf Religion und Mythologie, Kunst und Literatur vorzuweisen, was zeigt, dass sie weit mehr als ein Volk wilder Plünderer waren.

Glaube

Die Wikinger glaubten an mehrere Götter, die sie in Asen und Wanen einteilten. Die starken Asen, wie Thor und Bragi, lebten in der Götterburg Asgard und ihr Vater war Odin. Die Geschichte und der Untergang ihrer Götter wird in der Sage des Ragnarök beschrieben. Als Yggdrasil bezeichneten die Wikinger den Weltenbaum, der als Sinnbild ihres Kosmos stand. Neben ihren Göttern verehrten die Wikinger auch ihre Toten, die sie mit wertvollen Grabbeigaben in Schiffen begruben. Mehr zum Thema Glaube der Wikinger…

Kunst

Die Kunst der Wikinger war sehr vielseitig und war meist auf Alltagsgegenständen, Waffen, Schiffen und Schmuckstücken zu finden. Die Wikinger verzierten ihr Hab und Gut mit Tiermustern, Rankenornamenten und anderen Schnitzereien und achteten dabei sehr auf Detailtreue. Oft erzählten ihre Kunstwerke eine Geschichte und stellten das Leben ihres Volkes dar.

Literatur

Die Dichtkunst wurde von den Wikingern als ein kostbares Geschenk der Götter angesehen und stand somit in hohem Ansehen. Dichter, die an den Höfen der mächtigen Wikingerfürsten vortrugen, wurden Skalden genannt. Diese zeigten ihr Talent anhand ihrer improvisierten Gedichte, in denen sie Alltagsbegriffe mithilfe blumiger Umschreibungen ausdrückten und ihre Fürsten in hohen Tönen priesen.

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