Wikingerzeit

Der Beginn der Wikingerzeit

Die Wikinger prägten gleich mehrere Jahrhunderte der Weltgeschichte beginnend im Jahre 793 bis ins Jahr 1066. In dieser Zeit eroberten sie zahlreiche Gebiete auf der ganzen Welt, schufen Kolonien mit neuen Siedlungen, trieben Handel mit entfernten Ländern und kämpften unerbittlich in verschiedenen Kriegen. Gerade letzteres brachte den Wikingern den Ruf der schrecklichen Seeräuber ein, die kleine Siedlungen, Städte und reiche Klöster auf der Suche nach Reichtum überfielen.

Wikinger Geschichte

Doch es war viel mehr, was die Wikinger Geschichte selbst so interessant machte. Die Gesellschaft des Volkes bestand nicht in einem einzigen Land, sie verteilte sich über mehrere Länder auf unterschiedlichen Kontinenten. So gelangten einige von Ihnen bis nach Amerika oder auch Asien und pflegten dort Handelsbeziehungen. So gesehen waren die Wikinger nicht einfach nur Seeräuber, die auf der Suche nach Ruhm schwächere Siedlungen überfielen. Der Wikinger Geschichte nach waren sie auch ruhmreiche Entdecker, fähige Seefahrer und äußerst geschickte Händler.

Das Fundament dieser zahlreichen Handelsreisen, Feldzüge und Entdeckertouren war die ausgeprägte Gesellschaft des Volkes. Diese war geprägt und durch verschiedene Schichten, die zeigen dass in der Wikinger Geschichte bereits einige Ideen manifestiert waren, die es so bei anderen Völkern nicht gab. So hatten die Frauen in der Gesellschaft beispielsweise einen recht hohen Stellenwert und konnten sich gegen die Männer behaupten. Die eigentlichen Schichten der Gesellschaft bildeten sich jedoch aus den Männern.

An unterster Stelle standen dabei die Sklaven, welche die Wikinger auf ihren Raubzügen gefangen nahmen und nicht wieder verkauften. Sie arbeiteten zum Großteil auf den Feldern der zahlreichen Landwege und waren hier für die harte körperliche Arbeit zuständig. Sklaven hatten keinerlei Rechte in der Gesellschaft der Wikinger und konnten ihre Freiheit nur durch Freikaufen zurück erlangen. Über ihnen standen die Knechte, welche die sich um das Vieh kümmerten und Produkte weiter verarbeiteten. Sie alle lebten mit auf den Höfen der Bauern (damals Karle genannt), die nicht selten über große Ländereien verfügten, aber neben der Landwirtschaft nicht selten auch andere Handwerke ausübten.

Die Karle machten den größten Anteil der Gesellschaft der Wikinger Geschichte aus, sorgten sie doch auch für den Großteil der Nahrungsmittel. Entsprechend genossen sie bei den Jarlen (Fürsten) oft auch großes Ansehen und wurden das eine oder andere Mal auf Entdeckungsreisen mit eingeladen. In jenen Zeiten übernahmen dann die Ehefrauen der Bauern die Führung der Geschäfte, was ihre Stellung in der Gesellschaft deutlich zeigt.

Die Fürsten waren die Anführer zahlreicher Karle, die sich hinter sich vereinten und in kriegerischen Zeiten in den Kampf führten. Sie wählten zudem regelmäßig einen König, der über allesamt herrschte und nicht etwa durch seine Geburt in das Amt erhoben wurde. Dies zeigt wie gefestigt die Gesellschaft in der Wikinger Geschichte bereits war. Die Menschen verließen sich aufeinander und waren ein Volk, dass seine Besitztümer mit viel Geschick ausbaute und falls nötig verteidigte.

Blütezeit der Wikinger

Nachdem die Wikinger im Laufe der Jahrzehnte nach und nach ihre Kenntnisse in Sachen Schiffsbau und Seefahrt perfektioniert hatten, konnten sie ihr Einflussgebiet immer weiter ausbauen. Mit dem Überfall auf das Kloster Lindisfarne im Jahr 793 n. Chr. wird allgemein der Beginn der Wikingerzeit angesetzt, deren Grobdatierung in die Zeitspanne zwischen 800 und 1050 n. Chr. fällt. Mehr und mehr konnten in den Folgejahren und -jahrzehnten die Macht- und Herrschaftsverhältnisse ausgeweitet werden und die skandinavischen Stämme von tapferen und unerschrockenen Seefahrern erwarben sich einen Ruf, den die Segel ihrer gefürchteten Schiffe über die Weltmeere weit über ihre Landesgrenzen hinaus trugen.

Ausbau der Überfälle und Plünderungen

Auf die Plünderung des Klosters Lindisfarne folgten in den weiteren Jahren einige weitere Überfälle, deren Ziele vor allem in den keltischen Gebieten lagen: So wurden im Jahr 794 n. Chr. Jarrow und Monkwearmouth überfallen, im Jahr darauf, 795 n. Chr. galten die räuberischen Übergriffe Rechru, Skye und Iona. Ab 799 n. Chr. wurden die Plünderungen auf die friesisch-sächsische Küste ausgeweitet und galten als derart gefährlich und bedrohlich, dass sich Karl der Große zur Errichtung einer Küstenwache veranlasst sah. Nach und nach hatten die Stämme der Wikinger ihre Überfälle derart routiniert, dass sie dabei nach einem bestimmten Schema vorgingen: Im Frühjahr griffen sie ihre Ziele an, im Winter hingegen kehrten sie nach Hause an die heimischen Küsten zurück.

Die Wikinger

Bei den Wikingern handelt es sich trotz des gemeinsamen Namens und der allgemein beherrschten Kriegs- und Überfalltaktik nicht um einen einzelnen Volksstamm, sondern um eine Sammelbezeichnung für diverse skandinavische Stämme, die sich vor allem durch ihre Kenntnisse und ihre Erfolge im Bereich der kriegerischen Seefahrt hervortaten. So kann man beispielsweise zwischen den dänischen, den norwegischen und den schwedischen Wikingern unterscheiden, die in den Blütejahren der Wikingerzeit verschiedene Fahrten und Raubzüge vornahmen, um ihrem Volk zu Reichtum und Ausweitung und Befestigung seiner Vormachtstellung zu verhelfen.

Die dänischen Wikinger

Die dänischen Wikinger wurden auch „das große Heer“ genannt. Jahr für Jahr plünderten sie die nahe gelegenen Städte des Frankenreichs, dehnten ihre Raubzüge aber nach und nach immer weiter aus. So drangen sie im Jahr 844 bis nach Asturien und Portugal vor, zwischen 859 und 862 galten ihre Überfälle gar der Provence und der Toskana. Nachdem sie aus den südlichen Gebieten zurückgekehrt waren, richteten sie ihre Segel gen England aus und unterwarfen dort Northumberland und East Anglia. Dabei konnten die Wikinger mit nur geringem Widerstand seitens der unterdrückten und eroberten Gebiete rechnen, da kaum jemand der Flotte der Wikinger etwas entgegenzusetzen hatte.

Die norwegischen Wikinger

Auch die norwegischen Wikinger bauten im 8. Jahrhundert nach Christi Geburt ihre Herrschafts- und Machtverhältnisse weiter aus und griffen auf fremde Gebiete über, die sie besetzten und eroberten. So erkämpften sie sich erst die Shetland- und die Orkney-Inseln, danach die Färöer, die Hebriden und schließlich Irland. Im Jahr 872 schließlich wurde Norwegen den Harald Schönhaar zur Einigung gebracht und viele Norweger verließen ihre Heimat, um ab 874 in Island zu siedeln, das erst vierzehn Jahre zuvor, im Jahr 860, entdeckt worden war.
Erst im Jahr 930 jedoch wurde der Landnahmezeit mit Recht und Thing ein Ende gesetzt.

Die schwedischen Wikinger

Während die dänischen Wikinger ihre Fahrten und Plünderungen vor allem gen Süden richteten und sich Gebiete in England unterwarfen und die norwegischen Wikinger sich hauptsächlich Inseln widmeten, unternahmen die schwedischen Seefahrerstämme vor allem Beute- und Raubzüge in den osteuropäischen Raum. Dort schlossen sie sich mit slawischen und finnischen Stämmen zusammen, die nach ihnen gerufen hatten.

Blüte des Handels

Die Blüte der Wikingerzeit war jedoch nicht nur durch kriegerische Auseinandersetzung und gewaltsame Landnahme geprägt. Da Güteraustausch und Handel zur Lebenszeit der Wikinger vorherrschend auf hoher See stattfanden, konnten sich die erfahrenen und kenntnisreichen Seefahrer nach und nach auch in diesem Bereich eine Vormachtstellung sichern. Während noch im 8. und 9. Jahrhundert der Handel im Mittelmeerraum und im Orient vor allem in jüdischer, in Europa vorrangig in friesischer Hand lag, fand durch das beziehungsreiche und hervorragend ausgebaute Handelsnetz der Wikinger nach und nach eine Ablösung statt. Die Wikinger handelten vor allem mit den Griechen und den Afghanen und konnten wertvolle Güter anbieten, beispielsweise handelten sie mit Schmuck aus Edelmetallen und kostbaren und wärmenden Pelzen, aber auch mit Menschen. Die Sklaven, die von den Wikingern im Handel angeboten wurden, stammten vor allem aus baltischen, slawischen und finnischen Gebieten.
Erst gegen 1050 versiegte der Handel der Wikinger nach und nach.

Reichtum und kulturelle Blüte

So hatten es die verschiedenen Stämme der Wikinger von einem wilden Seefahrervolk nach und nach zu einer Vormachtstellung und einem gut ausgebauten Handelsnetz gebracht, das ihnen Reichtum und Macht sicherte und ihren verschiedenen Stämmen zu kultureller Blüte verhalf.
Zwischen 800 und 1050 fand diese Blütezeit der Wikinger statt, in denen die hervorragend ausgerüsteten Drachenschiffe der unerschrockenen Nordmänner auf allen Meeren segelten und weit über die Grenzen ihres Einflussgebietes hinaus bekannt und gefürchtet waren.

Wikinger Kleidung

Die Wikinger Kleidung bestand aus einfachem Leinenstoff, der von den Menschen selbst hergestellt und gewebt wurde. Aus diesem Stoff nähten die Frauen vor allem Tuniken und einfache Hosen, die ggf. noch eingefärbt und bei kälterem Wetter übereinander getragen werden konnten (die Tuniken). Verschiedene Funde an unterschiedlichen Ausgrabungsorten haben Aufschluss über die verschiedenen Kleidungsformen und die vermutlichen Schnitte der verschiedenen Kleidungstücke gegeben. Heute findet man sie vor allem auf den verschiedenen Wikingerfesten, wo sie getragen, verkauft und teilweise auf dem alten Weg noch hergestellt werden.

Wikinger Kleidung

Die Schnittmuster sind dabei recht einfach gehalten. Egal ob Kleid, Tunika oder Hose, mit einem guten Stück Leinenstoff kann die Kleidung heute von jedem selbst hergestellt und nach eigenen Vorstellungen verziert werden. Denn anders als vielleicht angenommen, die Wikinger Kleidung bestand nicht nur einfach aus dem Stoff, es gab auch verschiedene Accessoires wie Gürtel oder Taschen, die von Männern und Frauen gleichermaßen getragen wurden.

Auch Schuhe gehörten mit zur Wikinger Kleidung und wurden ähnlich den Kleidern und Tuniken genäht. Sie bestanden jedoch nicht aus dem groben Leinenstoff sondern aus mehreren Lederteilen, die in mühsamer Arbeit miteinander vernäht wurden. Dazu war einiges an Können und Geschickt notwendig, da gerade das Leder mit einer Nadel nur sehr schwer zu durchstoßen war. Heute gibt es hierfür spezielle Lochzangen, die zumindest das Stanzen der Löcher deutlich vereinfacht. Anschließend können dann die verschiedenen Lederlappen mit einem festen Faden vernäht werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Faden nicht zu schnell reißt, da gerade die Schuhe großen Belastungen beim Gehen oder Laufen standhalten müssen.

Wikinger Schmuck

Die Wikinger waren ein sehr abergläubisches und religiöses Volk. Sie glaubten an eine Vielzahl von Göttern, die unterschiedliche Mächte besaßen und nach ihrer Überzeugung das Leben auf Erden lenkten. Die Runen als magische Zeichen der Götter wurden daher auch nicht nur zum Schreiben genutzt, sondern insbesondere auch um Rituale und Zauber durchzuführen. Verschiedenen von ihnen wurden bestimmte Kräfte und Bedeutungen nachgesagt, so dass sie bald als Zierde um den Hals oder an Armreifen getragen wurden. Alternativ gab es auch verschiedene Symbole, die an Ketten oder Armreifen getragen werden konnten und ebenfalls magische Bedeutungen haben konnte. Dennoch war der Wikinger Schmuck nicht nur ein Zeichen ihres religiösen Glaubens oder des Aberglaubens, er wurde insbesondere von Frauen auch gern einfach so getragen.

Wikinger Schmuck

Heute finden Sie Wikinger Schmuck in zahlreichen Onlineshops oder auf Wikingerfesten, der große Vorteil im Wikinger Schmuck liegt jedoch in der einfachen Möglichkeit ihn selbst herzustellen. Die Runen beispielsweise können in kleine Holzplättchen oder in formschöne Steine eingebracht werden, die dann an Ketten getragen werden können. Die Auswahl ist dabei vergleichsweise groß, besteht das Runenalphabet doch aus zahlreichen Runen, die alle eine unterschiedliche Bedeutung und Wirkung haben.

Wikinger Reisen

Die Wikinger verdienten sich ihren Namen durch ihre gefürchteten Raubzüge. Diese beschränkten sich nicht nur auf die nahen Gebiete, sondern fanden auch in entfernten Regionen statt. Die Schiffe, auf denen die Wikinger ihre Reisen unternahmen waren daher schnell gefürchtet und tauchte tatsächlich einmal eines von ihnen am Horizont aus, verbreitete sich bereits Angst und Schrecken in den ufernahen Siedlungen noch bevor ein Wikinger einen Fuß an Land gesetzt hatte.

Wikinger Schiff

Die Routen, auf denen die Wikinger ihre Raubzüge unternahmen führten dabei über die gesamte Nordsee hinweg, sogar bis nach Grönland fuhren sie. Überall wurden verschiedene Artefakte aus der Wikingerzeit in Ausgrabungen gefunden, die verdeutlichen wie weit rumgekommen das Volk tatsächlich war. Dabei dienten die Wikinger Reisen nicht immer einem vielversprechenden Raubzug, auch der Handel führte die Seeleute in ferne Gefilde und reich beladen wieder zurück in die Heimat.

Beide Zwecke der Wikinger Reisen konnten durch zahlreiche Funde belegt werden. So gibt es auf der einen Seite zahlreiche Schriften, die von den schrecklichen Raubzügen der Wikinger berichten, die noch durch Funde in den ausgegrabenen Siedlungen des Volkes unterstützt wurden. Es gibt jedoch genauso Funde aus Asien oder gar Amerika, die zeigen, dass auch diese Ziele der Wikinger Reisen waren. Hier gibt es allerdings keine Belege dafür, dass es sich ebenfalls um Raubzüge gehandelt haben muss und so bleibt anzunehmen, dass die Wikinger mit den Ergebnissen ihrer eigenen Handwerkskunst und anderen Dingen getauscht haben.

Wikinger Götter

Die wohl bekanntesten Wikinger Götter sind Odin und Thor, wobei letzterer der Sohn des ersten und vor allem für seine Waffe, den Hammer, bekannt ist. Thors Hammer galt als mächtige Waffe, die nicht nur für die Donnerschläge bei Unwettern verantwortlich sein sollte, sondern auch für Angst und Schrecken unter ihren Gegnern sorgen konnte. Odin derweil hatte als Göttervater eine ganz andere Rolle in der Welt der Wikinger Götter. Er lenkte das Geschehen und hatte mit seiner Gattin Frigg noch zahlreiche andere Kinder, die ebenfalls wichtige Rollen in der Wikingerwelt einnahmen.

Runen Stein

Neben ihnen gehörten zur Welt der Wikinger Götter auch die sogenannten Walküren – mächtige Frauen, die mit ihren Pferden durch den Himmel ritten und im Dienste Odins standen. Sie begleiteten die gefallenen Krieger nach ihrem Tod zu ihren heiligen Ruhestätten und reichten ihnen dort der Überlieferung nach Wein, um die Heldentaten zu feiern. Sie gehörten jedoch zu den niederen Göttern und wurden als solche zwar geachtet, aber nicht geehrt wie Odin, Frigga oder die anderen Wikinger Götter.

 

Wikinger Runen

Doch es wurden nicht nur Zeichen der Wikinger Götter bei den verschiedenen Ausgrabungen gefunden. Durch die Raubzüge in verschiedenen Ländern erbeuteten die Wikinger natürlich auch verschiedene Kultgegenstände anderer Religionen. Teilweise wurden diese zwar direkt eingeschmolzen und weiter verarbeitet, doch einige Stücke wurden auch als Zeichen des Sieges behalten. Insbesondere aus dem Christentum fanden sich zahlreiche Artefakte, die von den Wikingern wahrscheinlich bei ihren Plünderungen reicher Klöster erbeuteten. Aber auch aus anderen Ländern wurden immer wieder Kultgegenstände gefunden – ein Zeichen, dass die Wikinger entweder auch weit entfernte Länder überfielen oder mit ihnen Handelsbeziehungen pflegten.

Wikinger Helm und Waffen

Die Wikinger Waffen beschränkten sich nicht auf kleine Messer oder Schwerter, das für große Raubzüge bekannte Volk hatte verschiedene Waffen und gute Rüstungen, die ihnen während ihrer Kämpfe halfen. Die Rüstungen bestanden dabei nicht aus den gehörnten Helmen und Fellen oder ähnlichem wie oftmals angenommen.

Wikinger Helm

Die Wikinger Helme beispielsweise sind bis heute nicht eindeutig nachgewiesen. Von vielen wird daher angenommen, dass sie während des Kampfes gar keine Helme trugen und nur mit Waffen, Schilden und einfachen Rüstungen in den Kampf zogen. Allesdings gehören nach unsren heutigen Denkweise die gehörnten Helme genauso zum Wikinger, wie seine Fälle. Natürlich wurden in einigen Wikinger Gräbern auch Kopfbedeckungen gefunden, die jedoch nicht eindeutig als Wikinger Helm identifiziert werden konnten und so auch nur ein einfach Hut oder ähnliches sein könnten.

Wikinger Waffen

Über die Wikinger Waffen ist dagegen mehr nachgewiesen. Die Männer hatten hierbei die Auswahl zwischen verschiedenen Schwertern oder Messern, die sie während des Kampfes nutzen konnten. Heute sind einige dieser Waffen in den Museen ausgestellt und zeigen das Geschick des Volkes bei der Herstellung seiner Waffen. Ein Schwert wurde beispielsweise aus verschiedenen Lagen zusammengeschweißt. Dies konnte auf unterschiedliche Art geschehen:

  • Die beiden Seiten der Scheide waren aus hartem und die Mitte aus weichem Material.
  • Das Schwertblatt war aus einem harten Material und auf der Ober- sowie Unterseite durch weicheres Eisen ergänzt.

Im Kampf waren beide Arten der Schwerter gefährlich und wurden daher gerade in den Kriegen auf dem Land gern genutzt. Doch die Schwerter sind nicht die einzige Wikinger Waffe, die heute nachgewiesen ist. Auch der Schwert wurde vom den Männern gern genutzt, taugte er doch gut um Kämpfe mit etwas Entfernung zum Gegner zu führen.

Das Ende der Wikingerzeit

Offiziell wird als Zeitspanne für die Blütezeit der Wikinger von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende der Zeitraum zwischen 800 und 1050 angesetzt. Um, wie beim Beginn der Wikingerzeit mit der Plünderung des Klosters Lindisfarne im Jahr 793 n. Chr., einen bestimmten Fixpunkt zu finden, mit dem das offizielle Ende der Wikingerzeit bezeichnet werden kann, wird oftmals die Schlacht von Hastings herangezogen. Diese fand im Jahr 1066 n. Chr. statt und ging vor allem gemeinsam mit dem Namen „Wilhelm der Eroberer“ in die Geschichtsbücher ein.
Jedoch handelte es sich beim langsamen Niedergehen der Wikinger eher um einen schleichenden Prozess, der nur der genauen Datierung halber mit einem festgesetzten historischen Ereignis in Verbindung gebracht wird.

Vor allem die um 1000 n. Chr. stattfindende Christianisierung sorgte dafür, dass die unerschrockenen Stämme aus dem Norden, deren Götter ebenso heldenhaft, stark und verwegen waren wie sie selbst, nach und nach zu sesshaften und friedliebenden Menschen wurden, die dem alten Glauben den Rücken kehrten und die Segel ihrer Drachenschiffe einholten.

Die politischen Implikationen der Christianisierung

Dabei war der Vormarsch des Christentums kein rein religiöser Akt, er wirkte sich ganzheitlich auf das Leben und Wirken der Wikingerstämme aus und wandelte die Strukturen der einzelnen Völker rigoros und von Grund auf um. So lebten die heidnisch geprägten Wikingerstämme in Stammesverbänden mit einzelnen Häuptlingen und begründeten ihre Rechte und Privilegien auf Gesetzen des Blutes, der Ahnen und der Sippe. Die Sippe war mehr als ein verwandtschaftlicher oder freundschaftlicher Verbund, sie war das religiöse und politische Gefüge eines Wikingerstammes, gleichsam eine Art Grundgesetz des gemeinschaftlichen Zusammenlebens.

Durch das fortschreitende und an Macht gewinnende Christentum konnte allerdings das Königtum als eine christlich und göttlich legitimierte Position an Macht und Einfluss gewinnen und gegenüber den einzelnen Stämmen und Stammesverbänden an Einfluss gewinnen. Mehr und mehr verloren die einzelnen Häuptlinge ihren Einfluss, was sich auch auf die kulturelle Praxis auswirkte. Die Christianisierung bewirkte eine umfassende Veränderung der politischen und gesellschaftlichen Landschaft, die nach und nach die Blüte der Wikingerzeit zum Verwelken brachte.

Rückgang des Strandräuberwesens

Da die Christianisierung bereits seit 1000 n. Chr. auf dem Vormarsch war und auch in das Leben und Wirken der Wikinger eingriff, gingen die räuberischen Überfälle und Plünderungen seitens der Wikingerstämme kontinuierlich zurück. Viele der ehemals kriegerisch gesinnten Seefahrer und Kämpfer waren sesshaft geworden, hatten Siedlungen gebaut, die sie nicht mehr verließen, um Beutezüge auf hoher See vorzunehmen. Auch hatte der Erfolg des Christentums zum Teil ein Umdenken in den gesellschaftlichen Strukturen bewirkt und die alten Bräuche und Riten zum Teil in Vergessenheit geraten lassen, zum Teil aber auch in ein neues, christliches Gewand gekleidet und so nach und nach die heidnischen Rituale in die monotheistische Religion des Christentums überführt. Auch hatten sich andere Völker nach und nach die seefahrerischen Kenntnisse der Wikinger zunutze gemacht und beherrschten nun die Handels- und Wasserwege, was die Geschäfte der skandinavischen Stämme zum Erliegen brachte.

Die Schlacht von Hastings

Die Schlacht von Hastings fand im Jahr 1066 nach Christi Geburt statt und wird oftmals als ein Ereignis herangezogen, mit dem das Ende der Wikingerzeit markiert werden kann: Am 14. Oktober des Jahres 1066 eroberte der französische Normanne Wilhelm der Eroberer (im Englischen auch bekannt als „William the conquerer“) gemeinsam mit seinem Heer England, das unter der Herrschaft der Angelsachsen unter Harald II. stand.Der Tod von Harald II. bei der Schlacht von Hastings

Nach seinem Sieg und der erfolgreichen Eroberung ließ sich Wilhelm zu Wilhelm I., dem König von England, krönen und führte in den Folgejahren seiner Herrschaft einige wichtige soziale, rechtliche und politische Veränderungen und Neuerungen ein, die bis heute maßgeblich die Grundfesten Englands und seiner Geschichte darstellen. Auch sorgte er dafür, dass das Land erstarkte und befestigt wurde, was weitere Übergriffe und Angriffe seitens der Wikinger verhindern sollte

Verlust des Monopols

Nachdem Dänemark, Schweden und Norwegen, die Länder, aus denen die Stämme der Wikinger ursprünglich stammten, erstarkt waren und zu großen Königreichen wurden, ließen sich viele der Wikinger nieder und wurden sesshaft. Auch das Handelsmonopol mussten sie nach und nach abgeben: Andere Länder hatten ähnliche Fähigkeiten und Fertigkeiten im Schiffsbau und im Handel erlangt, die Ordnung Europas begann sich zu ändern und sorgte dafür, dass die Zeit der Wikinger sich ihrem Ende zuneigte.

Das Erbe der Wikinger

Die Blütezeit der Wikinger erstreckt sich nur auf einen Zeitraum von etwa zweihundert Jahren, doch das Erbe der tapferen Männer aus dem Norden, der unerschrockenen Beherrscher der Weltmeere, ist noch heute vorhanden: Unzählige Geschichten und Sagen erzählen von den alten Zeiten, den alten Göttern und den alten Kriegern.

Die Stämme der Wikinger haben ihre Spuren hinterlassen in der Geschichte Mitteleuropas und sind nie aus dem Bewusstsein der Geschichte gewichen, die Segel ihrer Drachenschiffe werfen noch immer ihre Furcht einflößenden Schatten über die Seiten der Geschichtsbücher.
Sie sind in das Bewusstsein der Geschichte eingegangen als ein Volk von Seefahrern, Kriegern und Händlern, die in ihrer Blütezeit den mitteleuropäischen Raum zu beherrschen wussten.